Beschreibung
»Als ein Stück aus einer Opera«: So wollte der evangelische Theologe und Dichter Erdmann Neumeister (1671–1756) die Geistlichen Cantaten verstanden wissen, die er im Jahre 1702 erstmals in Druck gab. Was Wunder also, dass sich zahlreiche Kirchenmusik-Komponisten auf diese Publikation stürzten, um daraus textliches Material zur Erfüllung ihrer Pflichten zu ziehen: Die abwechslungsreiche Gliederung der mitunter recht drastisch gereimten Poesien legte Vertonungen nahe, in denen Rezitative, Arien, Chöre und Choräle ganz selbstverständlich abwechselten und den andächtigen Gemeinden das jeweilige theologische Sujet auf nicht eben asketische Weise nahebringen konnte. Daneben gab es freilich strengere Kantatenwerke, in denen Psalmen oder andere Passagen der Heiligen Schrift zur Sprache kamen, teils ausschließlich, teils in Verbindung mit neuen poetischen Kreationen. Die vorliegende Produktion verbindet vier Beispiele aus der Feder zweier Zeitgenossen, die in einer offenbar relativ undogmatischen Phase mit Erfolg verschiedene Spielarten erprobten.




