GIOVANNI LEGRENZI – COMPIETE op.7 – unsere neue CD

Seit der Erfindung der Kirchenmusik herrscht unter geistlichen Potentaten, Gottesgelehrten und Eiferern ein unaufhörlicher Streit über die wahre Art, dem Herrn zu lobsingen. Den einen konnte es nicht asketisch-herb, den andern nicht prunkvoll-opernhaft genug zugehen – und am Ende haben sie allesamt unvergängliche Beiträge zum ewigen Repertoire bewirkt.

Mit seinem 1662 in Venedig gedruckten Opus 7 lieferte Giovanni Legrenzi, weiland Kapellmeister der Accademia dello Spirito Santo zu Ferrara, einen schlagenden Beweis dafür, dass sich die Extremwerte überwinden und in einer höheren Einheit miteinander verschmelzen lassen. Die klösterlichen Nachtgebete (»compiete«) und marianischen Gesänge, die ihnen angefügt wurden, erheben sich in einem geradezu spielerischen Frohsinn über alle finsteren Gedanken, ohne dass es der Musik an meditativer Besinnlichkeit gebräche.

Und über allem waltet eine polyharmonische Lebendigkeit, die sämtliche theologischen Spekulationsversuche abstreift.